Annette-Gymnasium ermöglicht Austausch nach Frankreich über „Brigitte-Sauzay-Programm“

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Annette-Gymnasium ermöglicht Austausch nach Frankreich über „Brigitte-Sauzay-Programm“
Ich, Tabea Wichmann, Schülerin der EF am Annette-von- Droste-Hülshoff-Gymnasium Dülmen habe
für drei Monate in Saint-Gratien, einer Stadt im Norden von Paris in Frankreich bei meiner
Austauschpartnerin gelebt. In der 6. Klasse habe ich Französisch als meine zweite Fremdsprache
gewählt und schnell Gefallen an der Sprache gefunden. Im Unterricht wurden uns verschiedene
Austauschprogramme für verschiedene Länder vorgestellt. Mich hat das Brigitte-Sauzay-Programm
des Deutsch-Französischen Jugendwerks angesprochen. Das Programm sieht vor, dass man einen
französischen Austauschpartner findet, diesen drei Monate in Deutschland aufnimmt und man selber
auch drei Monate von dem Austauschpartner aufgenommen wird.
Meine Austauschpartnerin Maëlys ist von März bis Juni bei mir hier in Deutschland ein Teil meiner
Familie gewesen. Wir sind zusammen zur Schule gegangen und haben viel unternommen und viel
Spaß gehabt. Ich hoffte natürlich in Frankreich das gleiche ermöglicht zu bekommen, wie Maëlys in
Deutschland.
Im September war es dann für mich soweit. Nach einer großen Abschiedsparty von meinen Freunden
saß ich, zugebenermaßen sehr aufgeregt, was mich erwarten würde, im Zug. Dennoch hatte ich
Maëlys gegenüber ja den Vorteil, dass wir uns schon kannten und ich somit auf dem Weg zu einer
Freundin war. In nur vier Stunden kam ich am Gare du Nord in Paris an. Ich, die in einem kleinen Dorf
lebt, würde nicht nur das französische Leben, sondern auch das Leben in der Stadt kennenlernen.
Vom ersten Tag an, wurde ich super in ihrer Familie aufgenommen, hatte mein eigenes Zimmer und
konnte mich wie zu Hause fühlen. Ich habe viel mit meiner Gastfamilie unternommen. Die
zahlreichen Ausflüge nach Paris selbst, die Region um Paris herum oder auch meine fünftägige Reise
während der Herbstferien mit einer Jugendgruppe in die Region Bourgogne haben mir gezeigt, wie
schön Frankreich ist. Für mich persönlich war es nämlich neben einer viertägigen Klassenfahrt nach
Lille das erste Mal, dass ich in Frankreich war.
Neben dem Familienleben bin ich natürlich auch mit Maëlys zur Schule gegangen. Auffällig waren für
mich direkt der Zaun um die ganze Schule und das meiner Meinung nach andere, strengere
Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern, sowie dass die Schultage sehr viel länger als in
Deutschland sind. So kommt es vor, dass man manchmal sogar bis 18 Uhr, sonst meistens bis 17 Uhr
Unterricht hat. Jedoch habe ich oft erst um 9 Uhr begonnen und der Mittwoch ist in Frankreich
meistens kurz, was Unterricht nur bis mittags bedeutet.
Generell wurde ich in der Schule von den Schülern aus Maëlys Klasse und ihren Freundinnen
freundlich empfangen. Wir sind morgens alle zusammen zur Schule gegangen und haben mittags
gemeinsam in der Kantine gegessen. Maëlys ist Schülerin der première (11. Klasse) und ist somit
etwas älter als ich. Da ich mich nach sechs Wochen, die ich in Maëlys Klasse verbracht hatte, schon
gut in der Schule zurechtfinden konnte, und aufgrund Maëlys vielen Deutschunterrichts (sie macht
„ABIBAC“ – ein deutsch-französisches Abitur) bin ich nach den Ferien in eine Klasse der seconde (10.
Klasse) gewechselt. Auch dort konnte ich mich schnell integrieren und habe Freunde gefunden. So
konnte ich während meiner drei Monate viel vom französischen Schulsystem kennenlernen und
Unterschiede zum deutschen feststellen. Während es am Anfang relativ schwierig war, konnte ich im
Laufe der Zeit immer besser und leichter dem Unterricht folgen, die Hausaufgaben machen oder
sogar die Klassenarbeiten mitschreiben. Ich hatte jedoch auch immer Hilfe von meiner
Austauschpartnerin, ihrer Mutter oder natürlich meinen Mitschülern, wenn ich etwas nicht
verstanden hatte.
Ich bin froh, dass ich so mutig war und für drei Monate ins Ausland, besonders nach Frankreich,
gegangen bin. Es hat mir einfach sehr viel Spaß gemacht hat, den ganzen Tag französisch zu reden
und so neue Leute kennenzulernen. Ist es doch etwas ganz anderes, im alltäglichen Leben und
Miteinander eine andere Sprache zu sprechen, als im Französischunterricht in Deutschland! Während
der drei Monate ist französisch für mich zur Alltagssprache geworden. Manchmal habe ich sogar
französisch geträumt. Ich habe mein Hörverständnis verbessert, viele neue Wörter gelernt und auch
Kontakt mit Jugend- und Umgangssprache gehabt.
Wenn man offen ist, keine Angst hat, mal einen Fehler zu machen, also Lust hat, sein Französisch
anzuwenden und zu verbessern, dann kann ich diesen Austausch nur empfehlen! Denn nach diesen
drei Monaten konnte ich mich schließlich ohne Probleme unterhalten, habe ein Sprachgefühl
entwickelt, konnte ins Kino gehen und den Film verstehen und nicht zuletzt feststellen, wie lecker die
echten französischen crêpes, baguettes oder gâteaux sind und einfach auf eine schöne Zeit mit tollen
Leuten und neuen Freunden zurückblicken. Außerdem denke ich, dieser Austausch stärkt enorm das
Selbstbewusstsein und die Selbstständigkeit. Und schließlich ist es ja nicht nur eine tolle Zeit in
Frankreich, sondern es ist ebenfalls eine große Erfahrung drei Monate einen Austauschpartner
aufzunehmen und mit ihm so viel wie möglich zu erleben. Und auch wenn man natürlich während
der drei Monate seine Familie und Freunde vermisst, so sind es aber definitiv die vielen Erfahrungen,
die man im Ausland sammelt, die zählen!