Berufsorientierung für die Q1: Information für alle - Ein Bericht von Helen Erdbrügge

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Am Mittwoch, den 12. Juli, fand für die Q1 ein Informationstag zur Berufsorientierung statt. Zum Jahresabschluss vor den Sommerferien sollte so das Interesse der Schüler geweckt werden, den eigenen Zukunftsplänen einen Schritt näher zu kommen. Um die eigenen Vorstellungen auch mit den Ansprüchen und Möglichkeiten der Arbeitswelt abzugleichen, wurden Vertreter von Universitäten eingeladen. Sarah Timmer stand als Projektmitarbeiterin für die Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen, kurz IHK. Die IHK vertritt die Interessen aller Betriebe in Nord Westfalen. Von den insgesamt 350 existierenden Ausbildungsberufen verzeichnet die Kammer bereits 150 verschiedene. Es gibt jährlich 500.000 Schulabgänger, die eine Ausbildung antreten. Frau Timmer legte den Schülern zusätzlich zum generellen informieren und beraten lassen auch noch Berufsinformationsmessen und Lehrstellenbörsen ans Herz. Mit einem Berufseignungstest kann man die eigenen Stärken und Interessen herauszustellen. Ein Praktikum ist immer hilfreich; entweder um dem Traumberuf schon „auf den Fersen zu sein“ oder um einen Berufszweig bereits komplett ausschließen zu können. In einer dualen Ausbildung geht man ein bis zwei Tage in der Woche zur Berufsschule; alternativ gibt es Blockunterricht mit einem Intervall von mehreren Wochen, nach dem zwischen Betrieb und Berufsschule gewechselt wird. Eine Ausbildung dauert regulär drei Jahre (vereinzelt auch zwei Jahre), kann jedoch nach Möglichkeit auch verkürzt werden. Bei einem dualen Studium schließt man mit einem anerkannten Berufsschulabschluss und zusätzlich dem Bachelor ab. Allein für das Jahr 2017 waren zu diesem Zetpunkt noch 200 Ausbildungsplätze frei.

Bernadett Greiwe von der Westfälischen Wilhelms-Universität (WWU) kam als Vertreterin für alle Universitäten. Sie stellte eine zentrale Studienberatung vor, die sowohl bei der Studienwahl als auch bei Studienabbruch und -finanzierung Hilfe anbietet. Um sich mit einem Studiengang wirklich sicher zu sein, kann man einen Studientag miterleben oder sich in eine Vorlesung hineinsetzen. Die WWU selbst verzeichnet 120 Studienfächer in 280 Studiengängen. Im Wintersemester 16/17 waren es stolze 44.000 Studierende. Falls man mit seinem eigenen Schulabschluss noch nicht den Anforderungen für den Studiengang entspricht, werden vor Studienbeginn Vorbereitungskurse angeboten. Den Bachelor macht man dann nach circa drei Jahren, der Master dauert weitere zwei Jahre. Daraufhin kommt die Promotion (Doktorarbeit) und danach kann man in den Beruf gehen. Jedoch ist diese Reihenfolge je nach Studiengang oder späterer Berufswahl variabel. Man kann auch einen zweifachen Bachelor machen, indem man zwei Studiengänge kombiniert. Das bedeutet jedoch nicht ein doppelter Arbeitsaufwand, sondern lediglich eine etwas anders orientierte Richtung mit mehr Möglichkeiten. Falls der Abiturdurchschnitt nicht reicht, um an einer Universität angenommen zu werden, beginnt eine Wartezeit automatisch ohne jemals eine Bewerbung geschrieben zu haben. Mit erhöhter Wartezeit wird nach speziellen Rechnungen die Wahrscheinlichkeit erhöht, an einer Universität angenommen zu werden.

Sarah Gründing von der Hochschule Osnabrück (University of Applied Science) bietet duale Studiengänge in Osnabrück und Lingen an. Der zweite Standort in Lingen gilt als Fakultät für Management, Kultur und Technik. Ein duales Studium verbindet Theorie und Praxis durch das Studieren an der Hochschule in Kombination mit der Arbeit im Partnerunternehmen. In so einer Laufbahn hat man ein normales Einkommen und die Studienkosten werden oft vom jeweiligen Betrieb übernommen. Vorteilhaft ist des Weiteren, dass man nach Ende des dualen Studiums eine große Chance hat, in der Firma übernommen zu werden. Gewechselt wird immer im Abstand von drei Monaten zwischen Hochschule und Firma. Es gibt keine Zwischenprüfungen, sondern nur die Abschlussprüfung am Ende. Die Bachelorarbeit wird entsprechend dem Betrieb auch stärkeren Praxisbezug aufweisen bzw. aufweisen müssen. Für einen dualen Studiengang muss man sich mindestens ein Jahr vorher bewerben. An der Hochschule Osnabrück bekommt man nach der Bewerbung schon automatisch einen Studienplatz, weil der Abiturdurchschnitt irrelevant ist.

Nach den Vorträgen am Vormittag gab es aufgrund des ausgefallenen Auftritts eines weiteres Vertreters eine verlängerte Mittagspause.
Im Nachmittagsbereich wurden die Schüler in zwei Gruppen aufgeteilt. Im Assessment Center wurde zuerst gemeinsam überlegt und gesammelt, was eine Vorstellung der eigenen Person beinhalten sollte. Beispiele dazu erstellten die Schüler selber und mit professioneller Hilfe wurde konstruktive Kritik geäußert. Außerdem wurde eine Diskussionsrunde eingeleitet, in der jeder eine Rollenkarte zugeteilt bekommen hat. Thema der Diskussion war die Investition von Geldern eines Sportvereins. Nach 15 Minuten sollte dann eine Entscheidung gefällt werden und die Schüler entschlossen sich dazu, das Geld aufzuteilen und in verschiedene Ideen zu investieren. Nach Abschluss der Diskussion bekam jede Rolle noch eine Rückmeldung mit Verbesserungsvorschlägen.
Die andere Hälfte der Stufe, die sich mehr für ein Studium interessierte, durfte einen Test im Internet machen. Hierbei sollte man sich selbst in Stärken und Schwächen messen, um zusammen mit den eigenen Interessen eine Auswahl an Studienfeldern zu erlangen, die in Frage kommen könnten.

Interessante Adressen zur Berufsberatung und auch Spezialisierung einer Richtung können sein:
berufenet.arbeitsagentur.de
hochschulkompass.de
studifinder.de