Gemeinsames Lernen von Schülerinnen und Schülern mit und ohne Beeinträchtigungen

Haupt-Reiter

Auch das Annette-Gymnasium stellt sich der Herausforderung, einen Beitrag zur schrittweisen Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention zu leisten. Ab dem Schuljahr 2015/16 gibt es an unserer Schule in der Jahrgangsstufe 5 eine Klasse des Gemeinsamen Lernens (Inklusion). Hier lernen fünf Kinder mit sonderpädagogischem Unterstützungsbedarf im Förderschwerpunkt „Lernen“ gemeinsam mit Schülerinnen und Schülern des Bildungsgangs Gymnasium, auch wenn sie unterschiedliche Bildungsziele (zieldifferente Förderung) haben. Um dieser Vielfalt gerecht zu werden, verfügt das Annette-Gymnasium über besondere personelle Möglichkeiten: Unterrichtet werden die Kinder sowohl von Lehrkräften des Gymnasiums als auch von einem Lehrer für Sonderpädagogik. Der Schulträger, die Stadt Dülmen, bemüht sich zur weiteren Unterstützung um eine Sozialarbeiterin. Der Klassenraum wurde auf die Bedürfnisse dieser besonderen Klasse speziell eingerichtet und bei differenzierendem Kleingruppenunterricht können die Lerngruppen bei Bedarf in einem anderen Raum unterrichtet werden.
Seit Jahren haben wir bereits Erfahrungen sammeln können mit zielgleichen Integrationen. Mit der Unterstützung einer Förderschullehrerin von der Irisschule Münster, die den Kolleginnen und Kollegen und den Eltern beratend zur Seite stand, haben eine geburtsblinde Schülerin, eine stark sehgeschädigte Schülerin, zwei hörge-schädigte Schüler und eine Schülerin, die aufgrund einer spastischen Lähmung auf einen Rollstuhl angewiesen war, bei uns ihre Abiturprüfungen erfolgreich ablegen können.
Die Tradition einer integrativen Beschulung am Annette-Gymnasium begann bereits mit der Gründung der Schule im Jahr 1999, denn parallel zum neuen Gymnasium wurde auch eine Sonderpädagogische Fördergruppe eingerichtet, die die Weiterführung von integrativem Unterricht in der Sekundarstufe I in Dülmen ermöglichen sollte. Das Konzept sah vor, Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf - soweit möglich und sinnvoll - gemeinsam mit altersgleichen Lerngruppen des Gymnasiums zu unterrichten. Ein wichtiges Ziel war die Förderung der sozialen Kompetenz in der Schulgemeinschaft durch phasenweise gemeinsam durchgeführte Unterrichtsstunden sowie Projekt- und Wandertage. Dies wurde ermöglicht durch eine Unterstützung und Begleitung von Förderschul-lehrerinnen, Integrationshelfern und Zivildienstleistenden. In der Sonderpädago-gischen Fördergruppe, die über drei eigene Räume innerhalb des Schulgebäudes verfügte, konnten durch äußere Differenzierung komplexe Inhalte nachbereitet werden und eine gezielte individuelle Förderung zieldifferent für diese heterogene Lerngruppe geleistet werden. Per Erlass vom 22.12.2003 war die Fortführung der Sonderpädagogischen Fördergruppe nach den bisherigen Rahmenbedingungen nicht mehr möglich, sondern es gab nur noch die Möglichkeit für eine Aufnahme dieser Schülerinnen und Schüler in eine Regelklasse bei gleichzeitiger Reduzierung der zusätzlichen Unterstützung von sonderpädagogischen Fachkräften. Die Einführung des G-8-Gymnasiums ab dem Schuljahr 2005/06 war eine zusätzliche große Veränderung innerhalb der Schulform Gymnasium. So beschloss der Bildungsrat der Stadt Dülmen die Sonderpädagogische Fördergruppe ab dem Schuljahr 2009/10 an der Erich-Kästner-Hauptschule in Buldern fortzuführen.