Genetikpraktikum des Biologie-LKs an der Uni Münster

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**Bericht über das Genetikpraktikum am Institut für Neuro- und Verhaltensbiologie, Münster, am 27.09.13 des Biologie-LKs**
Schon im Vorfeld waren wir sehr gespannt, was uns beim Genetik-Praktikum am 27.09.13 in Münster am Institut für Neuro- und Verhaltensbiologie erwarten würde. Der ganze Kurs hat zur theoretischen Vorbereitung eine Kopie des Skripts zu den Versuchen, die wir durchführen würden, bekommen, mit der Aufgabe, das vergangene Halbjahresthema Genetik wieder etwas aufzufrischen.
Im Vordergrund des Praktikums stand das Thema: „Isolation von DNA und ihre Charakterisierung über PCR“, also zwei Teilversuche. Um zwei Uhr wurden ins Innere des Instituts geführt. Nach einer Sicherheitsbelehrung und nachdem sich alle weiße Kittel angezogen hatten, begannen wir mit der Charakterisierung von DNA über PCR.
Kurz gefasst ist PCR (Polymerasekettenreaktion/polymerase chain reaction) eine von Prof. Dr. Kary B. Mullis erdachte Methode, nur spezielle Abschnitte auf der DNA/DNS (Desoxyribonucleinsäure), der Träger der Erbinformationen, zu vervielfältigen. Diese Methode ermöglicht es, Gene genau zu untersuchen und mit ihnen zu experimentieren, wie auch wir es vorhatten. Dafür werden die Gene durch eine Gelelektrophorese charakterisiert, ein Verfahren, dass die genaue Bestimmung der Länge eines DNA-Abschnitts ermöglicht und somit anzeigt, um welches Gen es sich handeln könnte. So kann bspw. festgestellt werden, ob ein bestimmtes Gen auf den Chromosomen vorhanden ist oder nicht.
Mit zwei Mitarbeitern des Instituts, die gerade Biologie studieren, und in vier Tischgruppen aufgeteilt konnten wir nun echte Laborarbeit leisten. Mit professionellen Pipetten zu arbeiten erwies als einfacherer als zunächst gedacht und an die weißen Kittel gewöhnten wir uns schnell. Von unseren Tutoren wurden wir an die Hand genommen und Schritt für Schritt durch die Versuche geführt, die wir theoretisch im Unterricht besprochen hatten.
Aus zeitlichen Gründen begannen wir mit PCR und benutzten dafür DNA, die der Kurs vor uns isoliert hatte. Isolierung von DNA bedeutet, aus einem Stück Tomate bzw. einigen Fruchtfliegen nur die DNA zu gewinnen. Langsam, aber sicher, trotz einiger Probleme beim Umrechnen und Skrupeln, da die Fruchtfliegen zu Beginn des Teilversuchs noch lebten, näherten wir uns der DNA, die daraufhin der nächste Kurs benutzen konnte.
Wir wurden außerdem durch einige Räume des Instituts geführt. Besonders beeindruckend war bspw. ein Mikroskop, mit dem uns gezeigt wurde, wie Zellen des Immunsystems auf eine Verletzung reagieren, oder der Raum, in dem tausende Fruchtfliegen in kleinen Behältern gehalten werden. Interessant war es auch, ein echtes Gelelektrophorese-Gerät zu sehen, nicht nur auf Fotos in Schulbüchern. Noch interessanter war es allerdings, selbst mit diesem Gerät zu arbeiten, wobei wir bei der eigentlichen Gelelektrophorese nicht dabei waren, da es ein zeitaufwendiger Prozess ist. Allerdings hatten wir die Möglichkeit, den eigentlichen Vorgang mit unseren eigenen Versuchsansätzen vorzubereiten. Die Ergebnisse haben wir nachher per Mail bekommen.
Zusammenfassend kann man sagen, dass das Genetik-Praktikum eine klasse Gelegenheit war, theoretisches Wissen anzuwenden und zu vertiefen, einen Einblick in professionelles, wissenschaftliches Arbeiten zu gewinnen und unseren biologischen Horizont zu erweitern. Als wir um halb sechs fertig waren, fühlten wir uns zwar erschöpft von einem langen, anstrengenden Tag, aber falls wir nochmal so eine Chance kriegen, werden wir sie auf jeden Fall ergreifen.